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Am 13. Oktober habe ich eine Anfrage von einer Redakteurin des Deutschlandfunks in Berlin erhalten. Es war ein paar Tage vor dem Referendum in Alberta, bei dem die Bürger unserer Provinz gefragt wurden, ob sie sich von Kanada trennen wollen oder nicht. Die Redakteurin meinte, dass diese Frage aus deutscher Sicht etwas skurril sei und lud mich zu einem Radiointerview ein. Ich war gern bereit den “Experten” zu spielen, da ich beide Seiten einigermaßen gut kenne, nachdem ich die ersten 38 Jahre meines Lebens in Deutschland gewohnt habe und nun schon mehr als 37 Jahre in Kanada lebe. Ich habe dann in dem sechsminütigen Live-Interview versucht zu erklären, dass die meisten Albertaner nicht spinnen, es aber hier eine lautstarke Minderheit gibt, die sich von der kanadischen Bundesregierung in Ottawa betrogen und vernachlässigt fühlt. Ich wurde dann auch gefragt, wie meine Prognose für das Ergebnis des Referendums lautete, und meine Antwort war, dass wahrscheinlich rund 75 Prozent der Albertaner in Kanada bleiben wollen. Das offizielle Ergebnis (74.95 %) hat dann gezeigt, dass ich ziemlich richtig gelegen habe, und ich freue mich sehr darüber, aber ich werde nicht vergessen, dass die konservative Provinzregierung mit den ersten fünf Fragen dieses Referendums versucht hat, Einwanderer zu Sündenböcken zu machen.
Shame on you!
Arnim Joop
Herausgeber & Chefredakteur
ajoop@telusplanet.net
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